Von Flucht bis Datenflut. Brennende internationale Herausforderungen.

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Flüchtlingskrise, wirtschaftliche Aspekte der Migration und Digitalisierung. Die Bandbreite der Themen konnte nicht größer sein. Doch zentrales Thema des bereits zum 9. Mal stattfindenden Europäische Mediengipfels in Lech am Arlberg war jenes der Flüchtlingskrise Den Auftakt machten ORF-Journalist Karim El-Gawhary und Mathilde Schwabeneder, die ihr Buch „Auf der Flucht“ präsentierten. Sie berichteten von bedrückenden Einzelschicksalen.

Der Leiter des Ludwig Boltzmann Institutes für Menschenrechte, Manfred Nowak, untermauerte diese persönlichen Biographien mit Zahlen und Fakten „Weltweit sind es die armen, südlichen Länder, die die Hauptlast der Flüchtlingsbewegungen tragen. 86 Prozent aller Flüchtlinge werden im Süden aufgenommen, nur 14 Prozent im reichen industrialisierten Norden.“ Zugleich, so Nowak, reagieren die westlichen Regierungen mit offensichtlich menschenrechtswidrigen Strategien. Besonders beeindruckend waren die Schilderungen von Muhammad Kasem, einem Betriebswirt aus Damaskus, der vor anderthalb Jahren selbst aus Syrien geflohen ist und heute mit seiner Familie in Innsbruck lebt. Seine Schilderungen der lebensgefährlichen Route, die ihn via Türkei, Griechenland, den Balkan und Ungarn nach Österreich führte, sowie die persönlichen Einblicke, die er gewährte, berührten das Publikum nachhaltig. Kasem machte deutlich, dass Flucht nichts mit Kalkül, sondern einer extremen Notsituation zu tun hat: „Ich wollte nie Flüchtling in Europa werden. Ich hatte in Syrien ein schönes Leben, aber ich hatte am Ende keine andere Wahl, als zu fliehen.“

Digitalisierung nicht aufzuhalten.

Zweites Thema war, wie wir mit der zunehmenden Digitalisierung unserer Welt umgehen. Karin Frick vom Gottlieb Duttweiler Institut eröffnete das Panel mit einem Impulsvortrag, in dem sie eine Lanze für „Big Mother“ brach. Denn die zunehmende Vernetzung und Digitalisierung sei nicht aufzuhalten, es gelte daher, sich damit zu arrangieren.„Die Digitalisierung geht weiter, sich davor zu verstecken, ist keine Option. Die Gesellschaft kann sich davon nicht abkoppeln, das wäre so, als würde man sich von der Elektrizität abschotten.“ Die Leiterin Research und Mitglied der Geschäftsleitung des Gottlieb Duttweiler Instituts Karin Frick sorgte mit ihren pointierten Thesen für eine angeregte Diskussion. Besonders jene um die Notwendigkeit von digitaler Kompetenz. Schon die Kinder müssen wir heute darauf vorbereiten, wie diese digitale Welt funktioniert.

 

 

 

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