„Von Alpbach bis Lech.“

Der Mediengipfel wird zum Forum europäischen Formats.

Lech. Der bereits zum 7. Mal im malerischen Dorf Lech am Arlberg abgehaltene Mediengipfel versammelte eine Vielzahl europäischer Spitzenpolitiker, Auslandskorrespondenten und junge Stipendiaten und Teilnehmer der neu geschaffenen Medienakademie. „Europa ohne Arbeit – Viel Arbeit für Europa“ oder „Quo vadis Europa ?“: Das Spektrum an Inhalten hätte nicht breiter ausfallen können, werden doch auch die Fragestellungen und Herausforderungen in Europa immer komplexer.

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Während bei den Impulsstatements zu Beginn über die Situation der jungen Generation diskutiert wurde, ging es dann sukzessive in konkrete Fragestellungen. Im Zentrum der Spitzendebatte stand dabei die Diskussion über die ins Stocken geratene Osterweiterung der Union: Wie will man hier weiter fortfahren ? Soll der Erweiterungsprozeß fortgesetzt werden ? „Ja“, war dazu das eindeutige Statement von EU-Kommissar Johannes Hahn. Wenngleich auch dies kein automatisches Signal für die Erweiterung sei. Hahn ist vorsichtig, was die Erweiterung der Union angeht. Wenngleich er Albanien durchaus als Kandidat anerkennt: „Albanien muss EU-Mitglied werden. Die Türkei ist hingegen ein schwieriges Thema.“ Und wohlwissend, daß dies im alten Europa nicht überall so gesehen wird. Nicht zuletzt bedingt auch durch das zentrale Thema der politischen Diskussion der letzten Jahre, der „Schuldenkrise“: In seinem Impulsreferat skizzierte IHS-Direktor Christian Keuschnigg die Ursachen und mögliche Lösungsansätze für die gegenwärtige Schuldenkrise. Die Lage sei nicht aussichtslos, so sein Resumee, aber es braucht Zeit. So habe auch der Ausweg in Deutschland auch mehr als zehn Jahre gebraucht.

Südeuropa braucht die Erweiterung und will Teil Europas sein.

Vertreter von Albanien und des neuen EU-Mitglieds Kroatien beschworen die Wenngleich er zu große Erwartungen dämpfte: „Es wird noch dauern, bis wir konkrete Auswirkungen des EU-Beitritts spüren werden.“ Spürbar sei bislang erst, dass die internen Probleme Kroatiens, wie die hohe Jugendarbeitslosigkeit und die Staatsverschuldung nunmehr ein Problem im europäischen Zusammenhang darstellen. „Europa ist eine Einbahnstraße, es führt kein Weg zurück. Die EU ist unser Ziel.“, so der albanische Vize-Außenminister Sokol Dervishaj. Wenngleich Albanien auch immer mehr die Skepsis gegenüber Erweiterung bei EU-Ländern spürt. EU-Parlamentarier und Vizepräsident des Europaparlaments Othmar Karas mahnt, dass es zuerst eine Menge dringender interner Probleme zu lösen gelte: „Noch immer herrscht zu viel nationales Denken in der EU vor. Europapolitik muss Innen-, nicht Außenpolitik sein.“

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Medienakademie liefert Hintergründe

Passend zur Diskussion der „lost generation“ und den Zukunftshoffnungen und – ängsten der jungen EuropäerInnen gab es diesmal erstmals die Medienakademie. Von jungen JournalistInnen der FH Wien sowie der FH Joanneum Graz, die rund um die Uhr über das Forum berichteten. Den heurigen Mediengipfel zusammenfassend: Europa ist Einbahnstraße ohne Rückweg, eine breite Straße mit so mancher Kurve, manchmal ein steiniger Weg, wird aber über kurz oder lang zum Gipfelsieg für alle werden.

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