Vom Markt, vom Geld und vom richtigen Zeitpunkt

160 Teilnehmer zählte der zweite Austrian Business Travel Day – ABTD 2011, der am 22. September in Wien über die Bühne ging. Am Programm standen „Ideen & Lösungen zum Mitnehmen“ fürs Geschäftsreisemanagement. Die Veranstalter – die Austrian Business Travel Association (abta), der Geschäftsreiseanbieter FCm TRAVEL SOLUTIONS und das Geschäftsreisemagazin tma – sind zufrieden.

Unter dem Motto „Ideen & Lösungen zum Mitnehmen“ stand der zweite Austrian Business Travel Day: „Wir freuen uns, auch heuer wieder eine gut besuchte Kommunikationsplattform für die Branche geschaffen zu haben“, sagen die Initiatorinnen, Christine Hafner abta-Ehrenpräsidentin, Martina Grimus, Geschäftsführerin FCm TRAVEL SOLUTIONS, und Elo Resch-Pilcik, tma-Herausgeberin.

v.l.n.r.: Elo Resch-Pilcik (tma), Martina Grimus (FCmTravel), Prof. Dr. Rudolf Taschner (TU Wien), Christine Hafner (abta)

v.l.n.r.: Elo Resch-Pilcik (tma), Martina Grimus (FCmTravel), Prof. Dr. Rudolf Taschner (TU Wien), Christine Hafner (abta)

Gestaltet wurde der ABTD 2011 mittels Impulsvorträgen, einer Podiumsdiskussion zum Thema „Ancillary Fees“ und branchenspezifischen Fachforen. So ging Norbert Kettner, Geschäftsführer Wien Tourismus, auf aktuelle Entwicklungen und Trends im Geschäftsreisesektor ein – die vermehrte Nutzung und steigende Bedeutung von Smartphones, die Verstärkung von Onlinebuchungen, die Nutzung von Videokonferenzen und das Thema Ancillary Fees, Zusatzgebühren von Airlines, die 2006 weltweit 1,72 Mrd. EUR, 2008 bereits 7,68 Mrd. EUR. betrugen. „Ein Plus von 348%“.

Star-Mathematiker Prof. Dr. Rudolf Taschner nutzte den Austrian Business Travel Day für einen launigen Vortrag über die fehlende Gerechtigkeit des Marktes und über die Entstehung und Tücken der Geldwirtschaft. Geld sei keine Erhaltungsgröße, stellte Taschner gleich zu Beginn fest. Anders als Energie, die nicht gewonnen, sondern nur umgewandelt werden könne. Beim Markt gehe es um Geld. Und um Zeit. „Zeit ist Geld. Mit der Zeit kann das Geld wachsen“, so Taschner. Nach dem Tauschhandel – Warenhandel und der Handel mit Wissen – kam der Geldhandel. Geld sei auch eine Ware. Wenn man Mitte des 19. Jahrhunderts die erste Briefmarke um etwa einen Penny gekauft hätte, könnte man sie heute um ein paar hundert Euro oder mehr noch verkaufen. Ohne Arbeit. Nur durch die Zeit. „Der Trick des Marktes ist einfach, dass man den richtigen Zeitpunkt finden muss. Und deshalb ist der Markt nicht gerecht. Weil man nicht weiß, wann der richtige Zeitpunkt ist…“, so der Mathematiker.

Taschner kam anschließend auf den Sinn von Konferenzen und persönlichen Kontakten vor Ort – etwa bei Geschäftsreisen zu sprechen: Entscheidend auch für Geschäfte sei es, dass man wirklich – nicht nur über Telefon oder Videokonferenzen – zusammenkomme, auch mehr Zeit miteinander verbringe, rede und entschleunige. Die Aura eines Ortes behalte man im Gedächtnis. „Das ist ein Versuch, die Zeit zu verzögern. Darum werden auch Verträge geschlossen. Und Verträge sind wichtig, sie zeigen das Vertrauen in die Zukunft“, so Taschner.

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