„Wir dürfen uns vom europäischen Weg nicht abbringen lassen.“

 

Hochkarätiger Mediengipfel im tiefwinterlichen Lech/Arlberg


Eine hochkarätige Runde an Diskutanten, die von Hans-Magnus Enzensberger über den ungarischen Staatssekretär Gergely Prőhle bis zu Österreichs Außenminister Michael Spindelegger reichte, versammelte sich heuer zum 4. Mediengipfel in Lech am Arlberg. Unter der professionellen Organisation der Kommunikationsagemtur promedia und der ausgezeichneten Leitung von ARD-Korrespondentin Susanne Glass, gleichzeitig Präsidentin der Auslandspresse, diskutierten 60 Auslandskorrespondenten die aktuellen Herausforderungen, vor denen Europa im allgemeinen und die EU im speziellen steht.

Was waren die zentralen Fragen, die sich rund um das Thema „Europäischer Traum – Europäisches Trauma“ spannten: Ist die europäische Währungsunion in Gefahr oder findet die EU künftig eine politische Stimme? Wie entwickelt sich der europäische Geist angesichts anhaltender wirtschaftlicher Erschütterungen? Außenminister Spindelegger bekräftigte in seinen Statements pro-Europa, dass die Krisenbewältigung in Europa erfolgversprechend sei. Große Bedeutung komme hier einer stärkeren und koordinierten Wirtschaftsaußenpolitik zu. Ein klares Plädoyer hielt der österreichische Außenminister für die Erweiterung der Europäischen Union. Allerdings: Die Erweiterung brauche aber eine andere Kommunikation, die viel deutlicher die positiven Auswirkungen zeige. In Österreich habe man dazu eine neue Initiative gesetzt. In rund 200 Gemeinden gäbe es mittlerweile sogenannte Europagemeinderäte, die eine stärkere regionale und lokale Verankerung des europäischen Gedankens unterstützen können. Spindelegger appellierte in Lech für eine wachsende Europäische Gemeinschaft, die aber auch gemeinsame Werte noch stärker in den Vordergrund stellen sollte. Derzeit konzentriere man sich angesichts der Herausforderungen stark auf koordinierte Außen- und Wirtschaftspolitik, doch auch ein gemeinsamer Wertekatalog sei wichtig. Wer gegen zentrale europäische Werte verstoße, müsse mit Widerstand rechnen. Spindelegger überzeugt: „Das hat Wirkung, wenn man auf europäischer Ebene scharf kritisiert wird!“

Die über die Jahre gelungene Etablierung eines hochwertigen Forums ist für Susanne Glass, der Mitinitiatorin der Veranstaltung, sehr erfreulich: „Lech am Arlberg hat sich in den vergangenen fünf Jahren als Treffpunkt internationaler Medienvertreter etabliert, um gemeinsam über aktuelle Entwicklungen, aber auch Arbeitsbedingungen zu reflektieren. Allein die Mitglieder in unserem Verband vertreten insgesamt rund 400 Medien aus rund 60 Ländern. Was unsere Mitglieder über Österreich schreiben und senden, erreicht hunderte Millionen Menschen in aller Welt.“

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